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Biowärme für das Dorf

Nach monatelanger Arbeit war es nur noch ein simpler Handgriff. Peter Kaim legte den Hebel im Heizcontainer neben der Biogasanlage um. Nun konnte die hier reichlich anfallende Wärme ins Dorf ließen. Gegenwärtig kommt die vor zwei Jahren errichtete Anlage mit einer Kapazität von 380 kWel auf eine Wärmeleistung von 360 kWtherm, von denen rund 100 kW für die Biogasanlage, 36 kW für die Werkstatt/Milchviehanlage, 130 kW fürs Dorf und 94 kW für die Trocknung von Hackschnitzeln genutzt werden. Zu den Abnehmern gehören elf Haushalte, das Schloss und die Alte Brennerei. 

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Die Zahl wird sich aber in den nächsten Tagen weiter erhöhen, versichert Peter Kaim. „Es gibt Zehn-Jahres-Verträge mit 18 Parteien über die Grundversorgung.“ Damit wird sich dann der Wirkungsgrad der Biogasanlage auf rund 80 % erhöhen. Für die Installation der Technik und des rund 1,3 Kilometer langen Fernwärmenetzes sorgte die Neubrandenburger Firma Lankow. Das Ziel, den ersten Bauabschnitt mit einer Investitionshöhe von rund 340 000 Euro noch in diesem Jahr zu einem guten Abschluss zu bringen, wurde erreicht. „Es blieb aber spannend bis zum Schluss, zumal sich die Elektroarbeiten hinzogen.“

Einer der Abnehmer ist Friedrich-Carl von Ribbeck. Er nutzt die Heizwärme nicht nur für die Alte Brennerei, die bislang über die hauseigene Hackschnitzelheizung versorgt wurde, sondern auch für sein Wohnhaus. Obwohl extra Kosten für den Hausanschluss, also die Leitung vom Wärmetauscher zum Heizkessel, von mehreren hundert Euro anfielen, wird die Nutzung der Biowärme preiswerter. „Bei voller Abnahme dürften sich die Kosten jeweils um ein Drittel reduzieren“, erklärt Peter Kaim. Was aber, wenn es Engpässe bei der Versorgung gibt? Technische Ausfälle der Biogasanlage beziehungsweise des damit verbundenen Blockheizkraftwerks können ja nicht ausgeschlossen werden. Um dem vorzubeugen, verfügen die Abnehmer weiter über ihre bisherige Heizungsanlage. Allerdings überlegt der Ribbecker Landwirt, die Hackschnitzelheizung in der Alten Brennerei zu übernehmen. Diese könnte im Havariefalle gestartet werden, um die Wärme von hier aus ins Netz einzuspeisen.

Wie Peter Kaim weiter berichtet, kann die Biogasanlage insgesamt 3,38 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr erzeugen. Davon werden etwa 0,75 Millionen Kilowattstunden in das Ribbecker Ortsnetz fließen. Was unterm Strich bedeutet, jährlich 75 000 Liter Heizöl beziehungsweise Erdgas einzusparen. „Das ist unser Beitrag, die Umwelt zu schonen“, so Peter Kaim.

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